Eggenbach und Freiberg

Marter bei Eggenbach
 
Marter bei Eggenbach
 

Nachdem die Kreisstraße LIF 8 den Höhenrücken zwischen Maintal und Itzgrund überwunden hat, mündet sie in ein kleines Seitental und erreicht Eggenbach.

Den Kern des Dorfes bildet die Ortsdurchfahrt mit einigen stilvollen fränkischen Fachwerkhäusern. Weitere Bauernhöfe und ein neues Bebauungsgebiet dehnen sich an einem Südhang rechts davon aus. 

Schon vor dem Ortsschild wird der Blick auf eine Wallfahrtskirche auf der anderen Seite des Tales gelenkt. Eggenbach, bereits im 9. Jahrhundert im Besitz des Klosters Fulda erwähnt, kam nach der Gründung des Hochstiftes Bamberg in dessen Herrschaftsgebiet. Reformation und Gegenreformation haben im Ortsbild Spuren hinterlassen. Eine holzgeschnitzte Pieta aus einem evangelisch gewordenen Nachbardorf wurde in einer kleinen Kapelle am Ortsrand von Eggenbach aufgestellt und zog viele Pilger und Wallfahrten an. So entstand 1700-1709 die Wallfahrtskirche "Maria Schmerz", und die Bartholomäuskirche im Dorf verfiel.

Nach der Fertigstellung der Basilika Vierzehnheiligen am Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Ströme der Wallfahrer dorthin gelenkt. Bemerkenswert ist jedoch, dass der nur 1 km entfernte Weiler Erlhof dem evangelischen Glauben treu geblieben ist. Neben landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetrieben gab es in Eggenbach noch eine Schmiede, eine Wagnerei und eine Schreinerei, die noch in Betrieb ist. 

Die Hanglagen bieten sich für den Obstanbau an. Ein Obstbauverein leistet hier seit mehr als 100 Jahren vorbildliche Arbeit. Daneben entfalten weitere Vereine, die Kirchengemeinde und die Freiwillige Feuerwehr ein reges Kulturleben. Ein neues Jugendheim bietet dazu räumlich die besten Voraussetzungen. Seit 1978 ist Eggenbach in den Markt Ebensfeld eingemeindet, gehört aber schulisch zum Schulverband "Mittlerer Itzgrund".

Wo sich das kleine Tal des Eggenbaches in westlicher Richtung zum Itzgrund öffnet, liegt am Südhang das Dorf Freiberg.

Obwohl mit Eggenbach weitgehend zusammengebaut, war das ca. 120 Einwohner zählende Dorf bis zur Gebietsreform von 1978 eine selbständige politische Gemeinde mit einer eigenen Freiwilligen Feuerwehr und einem eigenen Friedhof. Auch sind die Freiberger Katholiken nach Kaltenbrunn und die evangelischen Christen nach Lahm im Itzgrund eingepfarrt.

Daneben unterschied sich Freiberg in seiner wirtschaftlichen und sozialen Struktur deutlich von Eggenbach. In Freiberg gab es kaum Vollerwerbslandwirte. Die meisten Einwohner verdienten seit eh und je ihren Lebensunterhalt als Bauhandwerker und in anderen Handwerksberufen. Im Dorf selbst existieren 3 Betriebe des Bauhandwerks. Das ist, wie auch der Ortsname, ein Ergebnis der geschichtlichen Entwicklung. In Freiberg, das zuvor Dürrnberg hieß, siedelten im Mittelalter Vertreter der Fränkischen Reichsritterschaft ihre ausgedienten Bediensteten an. Sie bedachten sie mit einer kleinen Parzelle Ackerland und befreiten sie von allen Abgaben. 

Nach dem Niedergang der Reichsritterschaft wurde Freiberg dem Hochstift Bamberg und der politischen Gemeinde Kaltenbrunn zugeschlagen, von der es sich erst 1843 lösen konnte. Seit der Gemeindegebietsreform von 1978 ist Freiberg ein Ortsteil des Marktes Ebensfeld.