Kleukheim und Kümmel

Ortskern von Kleukheim mit Kellbach und Blick auf Pfarrkirche
 
Ortskern von Kleukheim mit Kellbach
 
Ortskern von Kleukheim mit Kellbach
 

Das Hügelland zwischen dem Steilabfall des Frankenjura und dem Maintal wird zwischen Ebensfeld und Scheßlitz auf weite Strecken vom spitzen Helm des Kleukheimer Kirchturms überragt.

Bei der Durchfahrt bietet Kleukheim ein harmonisches, gepflegtes Dorfbild zu beiden Seiten des Kellbaches. Die Pfarrkirche, aus einheimischem Sandstein gebaut, bildet durch ihre imposante Erscheinung den Mittelpunkt des Dorfes. 

Die anerkennenswerte Arbeit der Bewohner wurde 1979 beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" auf Bundesebene mit einer Goldmedaille belohnt. Der Ortsname des 1137 erstmals urkundlich erwähnten Dorfes berichtet von 2 Volksgruppen, die hier ansässig waren und sich vermischten. Während die erste Silbe aus der Sprache der slawischen Wenden stammt, ist die zweite mit Sicherheit fränkischen Ursprung. 

Durch seine zentrale Lage im Kellbachgrund – in Franken bezeichnet man ein Tal gerne als "Grund" – und die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei im Jahre 1625 hat sich der Ort zu einem wirtschaftlichen und kirchlichen Mittelpunkt entwickelt. Die Pfarrkirche, an der der berühmte Baumeister Bonalino arbeitete, erhielt ihre jetzige Gestalt um die Mitte des 16. Jahrhunderts. 

Die Landwirtschaft ermöglichte auf den mittelschweren Böden des Jura-Vorlandes besonders gute Getreideernten. Ein vielfältiges Handwerk und Gewerbe konnte fast alle Bedürfnisse der Bevölkerung befriedigen. Der Kellbach trieb zwei Getreidemühlen und eine Ziegelei lieferte Bausteine. Durch die fortschreitende Industrialisierung verschwanden fast alle Handwerksbetriebe und die Landwirtschaft wird nach der Flurbereinigung meist im Nebenerwerb betrieben. Die meisten erwerbstätigen Bewohner verdienen ihren Lebensunterhalt heute außerhalb der Dorfgrenzen. 

Trotz der Eingemeindung in den Markt Ebensfeld im Jahre 1978 haben sich die Kleukheimer viel von ihrer Eigenständigkeit bewahrt. Die örtlichen Vereine, die Kirchengemeinde und die Freiwillige Feuerwehr sorgen während des ganzen Jahres für ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Ein vielseitig nutzbares Sportheim und ein gepflegter Sportplatz bieten die räumlichen Voraussetzungen. Kirchweih wird am 2. Sonntag im Juli gefeiert. Kaum 1 km südlich liegt in einer Talmulde versteckt der Weiler Peusenhof. Er hat sich aus einem Gutshof der Benediktinerabtei Michaelsberg zu Bamberg entwickelt und gehört seit Beginn des 19. Jahrhunderts politisch zu Kleukheim.

Etwas abseits vom Kelbachgrund liegt das kleine Dorf Kümmel. Der Ort ist nur auf einer ausgebauten Gemeindeverbindungsstraße von Kleukheim her zu erreichen.

Mit rund 50 Einwohnern zählt Kümmel zu den kleineren Ortsteilen von Ebensfeld. Einmal im Jahr aber, am 2. Sonntag im Oktober, hält der Gartenbauverein seinen Obstmarkt ab. Zu diesem traditionellen Fest strömen in jedem Jahr Tausende von Besucher in diesen kleinen Ort.

Die Gründer des Dorfes gehörten höchstwahrscheinlich dem slawischen Stamm der Wenden an, die sich im Frühmittelalter in Oberfranken niederließen. Die erste urkundliche Erwähnung in einer Belehnung des Grafen von Giech erfolgte 1137 n. Chr. durch Bischof Otto I. von Bamberg. 

Die bewaldeten Hänge, die das Dorf von drei Seiten einrahmen, setzten der Landwirtschaft enge Grenzen. Ackerflächen, die einer modernen Landwirtschaft genügen, gibt es nur talabwärts. Deshalb bewirtschaften die Bewohner ihre Felder im Nebenerwerb und verdienen ihren Lebensunterhalt als Pendler.  

Das Ortsbild hat sich in den Nachkriegsjahren verändert. An die Stelle der eingeschossigen Fachwerkhäuser mit angebauten Ställen traten viele zweigeschossige Zweifamilienhäuser. Im Mittelpunkt steht ein schmuckes Dorfkirchlein, das in den Jahren 1954 - 1955 unter großen Opfern der Dorfgemeinschaft errichtet wurde. Zur Erinnerung feiert man am Sonntag nach Maria Heimsuchung Kirchweih. Kirchlich und schulisch bestand von jeher eine enge Verbindung mit Kleukheim. Die ehemals eigenständige politische Gemeinde schloss sich 1972 Kleukheim an und kam 1978 zum Markt Ebensfeld.